25. Oktober 2019

Weile ohne Eile

Nachdem unser Kurt Haefeli im letzten FCG Life sein Herz zum Thema «Familie» geteilt hatte, kam mir der Gedanke, ich könnte in meiner Familie mal eine Umfrage starten. «Was bedeutet Familie für mich?» Unser jüngerer Sohn Marvin meinte, für ihn sei Familie, wenn er Liebe spüre, man zusammen lache, Mama und Papa da seien und man gemeinsam beten könne. Sein älterer Bruder Aaron fand, es sei schön, in der Familie nicht einsam sein zu müssen, füreinander sorgen zu können und Freude und Leid mit einander zu teilen. Für meine Frau Susanne schliesslich macht die Familie aus, dass jeder seinen Platz hat und angenommen ist, man ein Zuhause hat, wo Vertrauen, Mitgefühl, Offenheit und Friede herrschen.

Wow, wie schön, echt paradiesische Zustände, wenn wir Familie so leben können! Im kleinen Kreis, aber natürlich auch im grösseren Kontext der Gemeinde. Unsere Herzenshaltung ist tatsächlich die wichtigste Voraussetzung dafür, dass wir uns immer wieder neu entscheiden, unseren Platz in der Familie so einzunehmen, dass eine tragfähige Gemeinschaft entstehen kann. Als ich mir im weiteren überlegte, welche Stolpersteine uns auf dem Weg zu einer nachhaltigen und blühenden Familienkultur lauern, wurde mir klar: Unser Zeitmanagement ist ein Schlüssel! Jede gesunde Form von Gemeinschaft basiert auf definierten und regelmässigen Schnittmengen auf der Zeitachse. Delegieren, abkürzen und vertagen hat da keinen Platz.

Wir nähern uns mit Riesenschritten der Phase des Jahres, die in unserer Gesellschaft fast schon einen schizophrenen Touch hat. In der Adventszeit und an Weihnachten sehnen wir Menschen uns ausgeprägt nach familiärer Gemeinschaft, sind gleichzeitig aber oft in hohem Mass von Aktivität und Geschäftigkeit getrieben. Das Ergebnis ist – auch für uns Jesus Freaks – dann oft recht frustrierend, wir mogeln uns mit Mühe und Not und erhöhtem Blutdruck durch bis zum Weihnachtsbaum und fallen dann grad nahtlos in eine Neujahrsstarre.

Ich möchte lernen, mich von der Hektik des Lebens – grad auch jetzt zum Jahresende – nicht vereinnahmen zu lassen. Möchte lernen, mutige Entscheidungen zu treffen und neue Prioritäten zu setzen. Mich in der intimen Zeit mit meinem Gott so inspirieren zu lassen, dass ich aus der Ruhe lebe und meine Umgebung präge. Die Familie immer im Fokus: Dass ich auf die Bedürfnisse zuhause und zuhause in der FCG entspannt eingehen kann. Um einfach Zeit zu haben für aufgeregte Kinder, für einsame Senioren, für angespannte Freunde, für überlastete Eltern und meine geliebte Ehefrau. Damit auch ich dazu beitragen kann, dass wir eine richtig tolle Familie sind, so wie es unser Gott geplant hat.

Marco Büchli

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