27. Februar 2020

Adam, wo bist du?

Adam, wo bist du? Diese Frage stellt uns Gott seit Anbeginn der Menschheit. Wir haben seine Nähe verloren, uns vor ihm versteckt, uns entzweit. Dies nun seit einer gefühlten Ewigkeit.

Halt: Das ist jetzt ja kein Problem mehr. Vor 2000 Jahren ist Jesus gekommen und hat uns den Weg zum Vater frei gemacht. Der Vorhang ist zerrissen, nichts trennt uns mehr vom Vater. Wenn wir dieses Geschenk von Jesus annehmen, unsere Sünden bekennen und die Vergebung unserer Sünden annehmen.

Adam, wo bist du? Diese Frage gilt nicht mehr uns. Die gilt für die Menschen, die das Geschenk von Jesus noch nicht angenommen haben. Bist du sicher? Ich bin der Meinung, dass unser Vater immer noch am Rufen ist: Mensch, wo bist du? Er ruft uns, die wir vielleicht beim Kreuz, bei dieser Türe, bei Jesus stehen geblieben sind und den Weg zum Herzen des Vaters nicht weitergehen. Es galt für die Israeliten in der Wüste, die lieber ein goldenes Kalb anbeten als eine Beziehung mit ihrem Vater eingehen wollten. Es galt für die Pharisäer, die lieber ihren Gesetzen und verhärteten Herzen vertrauten als Jesus, der ihnen den Vater zeigte.
Wenn wir diesem Ruf nicht folgen, bleiben wir in unserem Sein Waisenkinder. Waisenkinder, die nicht mehr Waisen sind, sich aber noch wie Waisenkinder verhalten. Wir sind keine Waisen mehr, da uns Jesus zu Kinder Gottes gemacht hat. Wir haben einen Vater. Wir dürfen uns Kinder Gottes nennen, weil wir es sind: Söhne und Töchter des lebendigen Gottes. Wenn wir seinen Ruf hören: «Mensch, wo bist du?» Dürfen wir zurückrufen: «Hier mein Vater. Hier bin ich. Komme zu mir.» Oder wir dürfen zu ihm rennen und ihm sagen: «Hier bin ich.»

Seid ihr überrascht, dass der Vater zu uns rennen würde? Müsst ihr nicht. In Lukas 15,20 beschreibt es genau das: Ein Vater (der Vater) läuft auf seinen Sohn zu, umarmt ihn, küsst ihn und setzt ihn wieder ein – sprich: vergibt ihm.
Sich wie Waisenkinder verhalten bedeutet, dass wir nicht die himmlische DNA in uns aufnehmen und ausbreiten wie wir sollten. Wir behalten einen Armutsgeist – oder Teile davon – der sich mit Neid, Missgunst, Ärger, Zorn usw. Platz verschafft. Bitterkeit kann sich ausbreiten. Bitterkeit ist eine üble Wurzel, die eine ganze Gemeinde in Mitleidenschaft ziehen kann (Hebräer 12,15).

Wenn wir diesen Waisengeist loswerden, werden wir mehr und mehr in das Wesen von Jesus umgestaltet und wir werden mehr und mehr ein Wohlgeruch. Auch für unser Umfeld und für die ganze Welt. Dieser Wohlgeruch zieht Menschen an. Wie Licht die Motten, wie Zucker die Wespen, wie Brot die Hungrigen, wie Jesus die Müden und Hoffnungslosen.

Wenn wir diesen Waisengeist loswerden, sind wir – nein leben wir – als Söhne und Töchter unseres Vaters. Der Ruf: «Mensch, wo bist du» wird verstummen. Weil wir bei ihm sind. Unserem Vater.

Kurt Haefeli

Share on facebook
Facebook
Share on google
Google+
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Letzte Beiträge