02. August 2021

«MEIN SCHÖNER GARTEN» – OASE IN MEINEM HERZEN

Für entspannende Momente auf langer Reise habe ich mir ein Gartenmagazin gekauft. Ich liebe es darin zu blättern und inspiriert zu werden. Es ist eine kreative Wohltat, die schmucken und mit viel Liebe angelegten Gärten zu betrachten. Immer wieder nehme ich das Magazin in die Hände und träume davon, welche Ideen ich in unserem Garten zu Hause wohl umsetzen könnte.
Wie sehr doch dieses Thema nicht nur physisch, sondern auch mich geistlich betrifft. Jesus führt mich in Gebetszeiten immer wieder in meinem Herzensgarten spazieren und wir unterhalten uns über seine Schönheit und seine Kunstwerke in mir. Mein geistliches Herz ist eine Oase der Erholung in denen ich Momente der Ermutigung mit Jesus erlebe.

„Mein Sohn, achte auf meine Worte, neige dein Ohr zu meinen Reden! Lass sie nie von deinen Augen weichen, bewahre sie im Innersten deines Herzens! Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und heilsam ihrem ganzen Leib. Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus. Tue hinweg von dir die Falschheit des Mundes, und verdrehte Reden seien fern von dir! Lass deine Augen geradeaus schauen und deine Blicke auf das gerichtet sein, was vor dir liegt!“ Sprüche 4, 20 -25

Wenn Gott in der Bibel so stark betont, dass ich um jeden Preis mein Herz bewahren sollen, dann heisst das, dass ich gefahrvolle Situationen antreffen werden, die Potential für Bitterkeit, Neid und Hass mit sich bringen. Geistliche Gifte, welche das Wasser der Lebensquelle verschmutzen und sogar Leben abtöten.
Ich bin immer wieder in Lebensmomente gekommen, bei denen der Heilige Geist sanft und klar mir diese Lebensweisheit vor Augen gehalten hat. Er hat mich liebevoll und beharrlich gebeten zu vergeben und ihm meine innere Wunde anzuvertrauen und sie von ihm versorgen zu lassen.
Es gab für mich mehr als tausend Momente in meinem Gemeinde-Familien-Leben, in denen ich eine Entscheidung treffen musste, zwischen meinem Herz bewahren oder der Bitterkeit raumzugeben. Nicht erst seit letztem Herbst, nein, seit ich wohl schon Gemeinde kenne und hinein geboren wurde, sicher aber ab dann als ich begonnen habe mit zu dienen und erste Schritte in Leiterschaft machte. Blicke ich zurück, sind es weit mehr als dreissig Jahre von Training im geistlichen Familienleben, weit mehr als tausend Möglichkeiten, in denen ich mich üben durfte, mein Herz zu bewahren. Gute ermutigende Begegnungen, Erlebnisse, die mein Herz positiv berührt und verändert haben, aber auch solche, die mein Herz Schmerz spüren liessen.
Ich bin nicht unverwundbar, aber ich kenne den einen in dem ich Schutz, Trost und Heilung finde. Ich weiss auch auf viele negativen Ereignisse keine Antwort, aber eines weiss ich, dass er für mich ist und mich über alles liebt. Darum kann ich Seinen Frieden im Herzen tragen und finde in Ihm Sicherheit und Ermutigung.

Herz bewahren, heisst gerade dann, wenn es am meisten weh tut mich ihm ganz öffnen und seinem Reden Raum geben. Es heisst den Meistergärtner gärtnern lassen. Was sagst du, Jesus, gerade jetzt zu mir? Was sehe ich nicht, wie du es siehst? Herz bewahren heisst für mich auch, dass ich im Moment des Schmerzes nicht auf den Ankläger höre, der noch so weise klingende Lügen für mich bereithält und damit Bitterkeit in mein Leben bringen will.

Bitterkeit ist eine Wurzel, die giftige Früchte produziert und platzergreifend schnell, lebensspendende Frucht verdrängt. In meinem Herzen ist der himmlische Garten Eden, in dem ich mit Gott wandle und sein Werk bestaunen darf. Nicht ich habe es ‘geschafft’ mein Herz zu bewahren, sondern seine Gnade war jedes Mal zur Stelle, wenn ich um Hilfe gerufen habe. Er hilft noch so gerne, mit seiner Liebe und Wahrheit alte Wunden zu heilen und giftige Wurzeln zu entfernen. Alles was es von meiner Seite her braucht, ist ein von Herzen gerufenes ‘Hilf mir!’ – und er kommt und hilft! Er sendet seine Engel und immer wieder taucht seine Hilfe auch gerade in Gestalt von Menschen auf. Menschen aus der Gemeinde-Familie, die mich näher bringen zu ihm, die helfen Wunden mit Liebe und Wahrheit zu pflegen, zu verbinden und heilen zu lassen.

«Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.» Psalm 147 2+3

Einer meiner Lieblingskünstler Charlie Mackesy drückt es in einer simplen Illustration eines Jungen und eines Pferdes aus, die miteinander im Gespräch sind: Der Knabe fragt das Pferd: «Was ist das Mutigste, was du schon jemals im Leben gesagt hast?» – «Hilfe», sagt das Pferd.

Ruth Truttmann

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